Geschichte

 
Grabstein d. ersten Äbtissin Gerbirgis

Die Siedlung Geisenfeld wird bereits im 8. Jahrhundert genannt. Der entscheidende historische Akt für die künftige Stadt war aber die Stiftung eines benediktinischen Nonnenklosters 1030 (oder - nach der älteren Forschung - 1037) durch Graf Eberhard II. von Ebersberg-Sempt und seine Ehefrau Adelheidis auf einem Plateau über der Ilm. Die Ebersberger waren ein einflussreiches Grafengeschlecht des frühen und hohen Mittelalters mit dem größten Besitz zwischen Inn und Lech, das 1048 ausstarb und letztlich von den Wittelsbachern beerbt wurde. Die Ebersberger gründeten auch die Klöster in Ebersberg und Kühbach (beide sehr sehenswerte Kirchen sind noch erhalten). Gerbirgis, die Nichte des Geisenfelder Stifterpaars, wurde als erste Äbtissin eingesetzt; ihr im 14. Jahrhundert erneuertes Grabmonument ist erhalten. Die Benediktinerinnenabtei - eine der größten und reichsten in Bayern, die bis zum Ende des Mittelalters nur Adelige aufnahm - bestand bis zur Säkularisation 1803. Seit wann es in Geisenfeld eine Pfarrei gibt, ist unbekannt. Sicher stand schon vor der Klostergründung eine (Pfarr-)Kirche St. Emmeram. Als erster namentlich bekannter Pfarrer begegnet in einer Traditionsnotiz des Klosters von ca. 1220 ein "plebanus Gotfrit". Bis zur Säkularisation gab es in Geisenfeld also zwei große Kirchen: die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und die Pfarrkirche St. Emmeram. 1804 wurde die Kirche des aufgehobenen Stifts zur Pfarrkirche umgewandelt; die alte Emmeramskirche wurde profaniert und später abgerissen. Sie stand genau an der Stelle des heutigen Rathauses. So besteht heute die kuriose Situation, dass Geisenfeld als Pfarrpatron St. Emmeram verehrt, aber eine Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt besitzt. Die Stadtpfarrei St. Emmeram umfasst heute 5650 Katholiken.